An der Generalversammlung des Walliser Kantonalverbandes feierten die beiden Co-Präsidenten Paul Wüst und Christophe Delasalle am 23. April in Troistorrents erfolgreich ihren Einstand. Letzterer forderte in seiner Begrüssungsrede die Mitglieder auf, die eigenen Stärken aktiver nach aussen zu tragen. Ein Höhepunkt war die Ernennung von fünf Ehrenmitgliedern.
Co-Präsident Paul Wüst eröffnete die Kantonalversammlung in Troistorrents mit einem Grusswort auf Deutsch, woraufhin Christophe Delasalle die Verhandlungen auf Französisch übernahm. Mit Blick auf die 99-Rappen-Kampagne eines Grossverteilers im vergangenen Jahr forderte er die Mitglieder auf, nicht zu jammern, sondern stattdessen die eigene Qualität und die menschliche Nähe zu zeigen. «Über Werte zu sprechen ist gut, sie zu zeigen ist noch besser.» Es gelte heute darauf zu antworten, nicht mit Wut, aber transparent mit Klarheit und Stolz. Beispielsweise mit Events wie einer Nacht der Bäckerei, wo die Menschen miterleben können, was «wir jede Nacht erleben. Die Hitze des Ofens spüren, sehen wie der Teig Form annimmt, verstehen, weshalb dieses Brot nicht 99 Rappen kosten kann. Eine solche Erfahrung wird nicht vergessen. Und ein Kunde, der das erlebt hat, wird ein Botschafter.»
Kommunikation verstärken
Delasalle erwähnte in diesem Zusammenhang die Chevaliers du bon pain wie auch Clément Bouteiller, der sich um die Kommunikation des Verbandes kümmern werde. Die sozialen Medien – der letzte Post stamme aus dem Jahr 2018 … – sollen verstärkt bespielt werden. Zudem ist ein Relaunch der Webseite geplant. Sie werde im gleichen «Esprit», aber dynamischer sein. Weitere Projekte werden diskutiert oder sind in Planung.
Neue Ehrenmitglieder
Mit Applaus wurden fünf Personen zu Ehrenmitgliedern ernannt: Albert Michellod (ehemaliger Kantonalpräsident), Albert Salamin, Philipp Fuchs, Amadeo Arnold, und Werner Moreillon.
Bildung Produktion: Erfreuliche Entwicklung
Augustin Salamin, verantwortlich für die Ausbildung Produktion, lobte das Walliser Bildungssystem und präsentierte die aktuellen Zahlen: Das erste Lehrjahr zählt 15 Lernende, wovon vier eine konventionelle Lehre absolvieren. Im zweiten befinden sich 14 Nachwuchsleute. Das dritte Lehrjahr umfasst 15 Lernende, acht in der Konditorei-Confiserie, sieben in der Bäckerei-Konditorei.
Beste Lernende ausgezeichnet
Erstmals wurden an der Generalversammlung Lernende mit den besten Qualifikationsnoten ausgezeichnet. Es sind dies in der Bäckerei-Konditorei Justine Richard (Zenhäusern Frères, Sion) und in der Konditorei-Confiserie Shurutika Raveenthiran (Taillens SA, Crans-Montana).
Verkauf: Expert/innen gesucht
Martine Aase-Salamin, Chefexpertin Detailhandel, zog eine positive Bilanz des Qualifikationsverfahrens 2025. Erstmals wurde nach der neuen Bildungsverordnung (Verkauf 2022+) geprüft, die den Fokus weg von theoretischem Wissen hin zu Kundenberatung, Storytelling und dem Verkaufserlebnis rückt. Während das Niveau im Wallis überzeuge, bestehe bei den Expertinnen und Experten ein Engpass, so die Fachfrau: Da aktuell nur noch zwei Fachkräfte aktiv sind, sucht sie dringend Verstärkung. Zudem unterstrich sie die strategische Bedeutung des Verkaufs für die Kundenbindung: «Ein Lächeln kommt nicht aus dem Ofen.»
Interim-Grand-Maître
An der Generalversammlung sprang Bernard Pignat kurzfristig für den Rapport der Walliser Chevalier du bon pain ein. Er übernimmt die Funktion interimistisch von Stefano Gobbi, der nach einem Amtsjahr aus gesundheitlichen Gründen demissionieren musste. Bis eine definitive Nachfolge gefunden ist, wird Bernard Pignat die Organisation führen.
Rechnung 2025 und Budget 2026
Die Rechnung 2025 des Walliser Kantonalverbandes schliesst mit einem Verlust in der Höhe von CHF 8737 ab. Die Ursache für die roten Zahlen sind primär zusätzliche Kosten für die juristische Beratung im Zusammenhang mit einer Klage der Kommunikationskommission (ComCom). Sowohl die Jahresrechnung als auch das Budget 2026, das einen Gewinn von CHF 8160 vorsieht, wurden von den Mitgliedern diskussionslos angenommen. Der Mitgliederbeitrag bleibt unverändert.
Der Walliser Kantonalverband zählte Anfang 2026 64 Mitglieder (51 aktive), 2025 waren es 68 (52 aktive).
Weitere Themen aus der Versammlung
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden verschiedene strukturelle und branchenbezogene Themen behandelt.
Als Revisoren wurden Alphons Pellet und Raphael Parreira für zwei Jahre wiedergewählt.
Nicolas Taillens informierte über die Totalrevision Grundbildung Produktion, über welche am kommenden SBC-Kongress abgestimmt wird.
Der ehemalige Kantonalpräsident Albert Michellod wie auch die neue Präsidentin der Organisation pain de seigle valaisan AOP, Françoise Métrailler, riefen die Mitglieder auf, das Mehl von der neuen Mühle in Riddes zu beziehen, «das ist ein ausgezeichnetes Marketing-Instrument», unterstrich Michellod. Er gratulierte seinen Nachfolgern für ihre Arbeit und freute sich über den verjüngten Kantonalvorstand.
Die Gemeindepräsidentin Corinne Cipolla-Mariaux begrüsste die GV-Teilnehmenden in der «schönsten Gemeinde». Sie ging auf die aktuellen Branchenherausforderungen ein und lobte die Qualität sowie das Handwerk der Bäckerei-Confiserie.
Gérard Fornerod, Präsident des Westschweizer Regionalverbandes (ARABPC), hob die zentralen Dienstleistungen der Organisation hervor, darunter die Bildung, das inspirierende Netzwerk und das Engagement der Kommissionen. Seitens des nationalen Verbandes (SBC) wurde über die laufenden Arbeiten bezüglich der Strategie 2030 informiert, insbesondere über die Kommunikation, sowie über die Energie-Beratungsaktion von Peik. Zu den nationalen politischen Dossiers äusserte sich abschliessend Marcel Delasoie, Generalsekretär des Walliser Gewerbeverbandes.
Die nächste Generalversammlung des Walliser Verbandes findet am 28. April 2027 statt.
Claudia Vernocchi