Der Ursprung von Brot liegt nicht nur bei euch in der Backstube, sondern auch bei uns auf dem Feld. Hier beginnt die Wertschöpfungskette – unter hohen Standards und in engem Zusammenspiel mit Natur und Markt. Doch genau diese Wertschöpfungskette gerät zunehmend unter Druck und als Getreide-produzentin erlebe ich genau wie Sie, wie sich die Strukturen verschieben.
In den letzten Jahren haben importierte Teiglinge und Backwaren stark an Bedeutung gewonnen. Oft zu günstigeren Konditionen hergestellt, gelangen sie in die Schweiz und konkurrieren mit Produkten, deren Rohstoffe aus heimischem Anbau stammen. Für Konsumentinnen und Konsumenten bleibt das meist unsichtbar. Für die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe ist es deutlich spürbar.
Mit meiner Motion 24.3127 fordere ich deshalb, dass Zollvergünstigungen für solche Importe von halbfertigen Produkten aufgehoben werden. Nicht, weil ich den Handel infrage stelle. Sondern weil ich sehe, was passiert, wenn die Balance kippt: Unser Getreide verliert an Bedeutung, Wertschöpfung von den Bäckereien und Confiserien wandert ab, und die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Bäckereihandwerk wird schwächer.
Die Folgen zeigen sich entlang der gesamten Kette: Getreide verliert an Marktanteilen und Betriebe geraten unter Druck. Damit steht für mich viel mehr auf dem Spiel als nur ein Preisvergleich. Am Ende sitzen wir im selben Boot – nur an unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfungskette. Es geht um die Frage, ob wir den Weg vom Feld bis zum Brot in der Schweiz erhalten wollen und ich freue mich, dass wir probieren, uns diesen gemeinsam zu erkämpfen.
Katja Riem, Nationalrätin
Katja Riem (SVP BE, 1996) sitzt seit 2023 im Nationalrat und ist die jüngste Nationalrätin. Als gelernte Winzerin und Agronomin arbeitet und lebt sie auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb und trägt den Familienbetrieb, die Weinkellerei Riem & Daepp, mit.
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