Roland Räber setzt in seiner Bäckerei-Confiserie in Jona (SG) auf die Digitalisierung. Aber unter einer Bedingung: «Wenn ich wiederkehrende Abläufe abgeben und Arbeitszeit sparen kann». In welchen Bereichen dies gelingt, wo er weiterhin auf (Wo)man-Power setzt und ob sich dies finanziell lohnt …

Mit gut 30 Mitarbeitenden ist die Bäckerei-Confiserie Räber in Jona (SG) ein durchschnittliches Mitglied des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes. Inhaber Roland Räber legt Wert darauf, den digitalen Fortschritt in seiner Firma Einzug halten zu lassen. «Für mich bedeutet Digitalisieren, wenn ich wiederkehrende Arbeitsabläufe abgeben und Arbeitszeit sparen kann», so der Bäcker-Confiseurmeister.

Automatische Bestellwege

Das beste Beispiel sei das Kassen- und Bestellsystem im Café, findet Roland Räber: «Das Dümmste, was in der Mittagszeit passieren kann, ist, wenn das Personal miteinander reden muss.» Bei grossem Andrang seien alle Angestellten auf ihre Tätigkeit fokussiert und «im eigenen Film». Wenn dieses durch Wortmeldungen ständig gestört werde und sich neu einfinden müsse, sei dies nicht zielführend. Dazu kommen jeweils die Bestellungen aus der Filiale: «Früher wurden diese telefonisch kommuniziert, händisch aufgeschrieben und mussten ihren Weg in die Küche finden.» Auch hier sei es vorgekommen, dass diese nicht gleich bearbeitet wurden und Fehler passierten.

Abhilfe schaffen vernetzte Kassensysteme und Netzwerkdrucker, von denen «es nie genug geben kann». Vom Getränkeservice über die Konditorei, Bäckerei und Küche – jeder Arbeitsplatz an den beiden Standorten habe ein eigenes Gerät. Bestellungen aus dem Café und Verkauf werden erfasst, eingetippt und vom entsprechenden Gerät an der richtigen Stelle gedruckt. Die Verteilung erfolgt automatisch. «Wenn die Digitalisierung solche Arbeitsabläufe verbessert, ist die Anschaffung schnell bezahlt.»

Olga Shapoval, Verkäuferin bei der Bäckerei-Confiserie Räber, sagt zur Digitalisierung: «Deutsch ist für mich eine Fremdsprache, das Aufschreiben von Bestellungen für Apéros oder Caterings war sehr schwer. Das Tippen auf der Kasse fällt mir viel leichter.»

Einfaches Bestellen und Kommunizieren

Was halten die Mitarbeitenden von diesem System? «Früher haben wir teilweise die Bestellzettel nach dem Ausfüllen fotografiert und verschickt», erzählt Verkäuferin Egzone Maliqi. Nun gelangen diese automatisch an die richtige Abteilung, es gehe weniger vergessen. Ihre Kollegin Olga Shapoval schätzt die Eingabe per Touchscreen – aus einem einfachen Grund: «Deutsch ist für mich eine Fremdsprache, das Aufschreiben von Bestellungen für Apéros oder Caterings war sehr schwer. Das Tippen auf der Kasse fällt mir viel leichter.» Beide Verkäuferinnen sind sich einig, dass die Digitalisierung die Kommunikation unter den Abteilungen verbessert hat.

Text und Fotos: Diego Schwerzmann

Ob sich die Digitalisierung finanziell lohnt und in welchen Bereichen künstliche Intelligenz in der Bäckerei-Confiserie Räber zum Einsatz kommt, lesen Sie im Panissimo 6/26 vom 27. März …

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