In unserem Familienunternehmen bereiten wir gerade alles für das Osterfest vor. Wir giessen Schokoladenhasen, verpacken Hoffnung in bunte Folie und reden über Nuancen von Kakao.

Doch ehrlich gesagt: Die Welt da draussen fühlt sich gerade alles andere als süss an.
Als Unternehmer arbeite ich täglich mit einem der zerbrechlichsten Rohstoffe der Welt. Kakao ist empfindlich – er reagiert auf Temperatur, Feuchtigkeit, auf jede Unachtsamkeit. Doch nichts ist so zerbrechlich wie der Frieden. Während wir das Fest der Auferstehung planen, herrscht vielerorts Stillstand und Zerstörung. Kriege, die kein Ende finden. Menschen, die nicht an einem Tisch sitzen – weil dieser Tisch längst nicht mehr existiert.

Ostern ist das Fest des Lebens.

Vielleicht ist es dieses Jahr an der Zeit, den Fokus zu verschieben. Lassen wir die Schokolade ein Symbol sein – nicht für Konsum, sondern für das Privileg, in Frieden gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Dieses Privileg ist keine Selbstverständlichkeit. Millionen von Menschen weltweit kennen es nicht.

Frieden ist kein Zufallsprodukt. Er ist Handarbeit. Genau wie unsere Schokolade: Er entsteht nicht von selbst, er braucht Zeit, Sorgfalt und den ehrlichen Willen, etwas Gutes zu schaffen. Er beginnt dort, wo wir uns entscheiden, die Hand zu reichen, statt die Faust zu ballen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine Osterzeit, die nicht nur süss ist,
sondern vor allem eines: friedlich.

Raphael Bachmann
Foto: zvg

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