Finanz- und Managementanalystin, Präsidentin des Gemeindeparlaments, engagierte Politikerin und Mutter – Mercedes Assal-Poget stammt ursprünglich nicht aus der Confiseriebranche. Dennoch übernimmt sie 2012 La Chocolatière in Lausanne (VD). Aus emotionalen Gründen rettet sie das Geschäft ihrer Kindheit vor der Schliessung und restrukturiert es.

Die Ankündigung der Schliessung von La Chocolatière in Lausanne markiert einen Wendepunkt für Mercedes Assal-Poget, damals Präsidentin des Gemeindeparlaments von Epalinges (VD), Mutter von zwei Kindern und Kandidatin für den Nationalrat. Kurz vor seiner Pensionierung erklärt ihr der damalige Inhaber Jean-Claude Currat, dass er keine Nachfolge finde, die seinen Erwartungen entspreche. «Ich ging enttäuscht nach Hause. Mir wurde klar, wie sehr ich an dieser Schokolade hing», erzählt Mercedes Assal-Poget.

Seit ihrer Kindheit besuchte sie das 1970 eröffnete Geschäft. «Wir gingen mehrmals im Jahr als Familie dorthin. Das waren wertvolle und glückliche Momente. (…) Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses Unternehmen verschwinden würde.» Noch am selben Abend beschloss sie nach einem Gespräch mit ihrer Familie, die Leitung zu übernehmen.

Der Branchenmann von der Avenue Mon-Repos hält sie jedoch zunächst nicht für geeignet. Dank ihrer Beharrlichkeit erhielt die Absolventin der Hotelfachschule Lausanne (EHL) eine dreiwöchige Probezeit. «Ich habe mich so sehr bemüht, durchzuhalten, dass er schliesslich zustimmte, seinen Weggang um zwei Jahre zu verschieben.» Jeden Morgen begibt sie sich in die 25 m² grosse Produktion im Untergeschoss das eine Deckenhöhe von 1,8 m hat – ohne Fenster und ohne Kühlraum. Die Umgebungsbedingungen ändern sich je nach Jahreszeit. «Man musste nicht nur eiserne Nerven, unglaubliche Disziplin und Liebe zum Beruf haben, sondern auch den Rohstoff kennen, um vorausschauend handeln zu können.» Am Ende dieser Ausbildung, die sie als «anspruchsvolles Intensivprogramm» bezeichnet, übernimmt die Unternehmerin in ihren Dreissigern das Quartiergeschäft.

Von 25 auf 400 m²

Zum Zeitpunkt der Übernahme besteht La Chocolatière aus zwei Mitarbeitern. Erst gerade Mutter ihres dritten Kindes geworden, arbeitet sie weiterhin in denselben Räumlichkeiten. «Ich trug mein Baby auf dem Rücken, wie man es auf dem Land macht. So hatte ich die Hände frei, um das zu tun, was ich tun musste.

Im Zuge von Erweiterungen und Umzügen baut sie ihr Unternehmen auf und vergrössert ihr Team. Ihr Studium an der Hotelfachschule und ihre berufliche Tätigkeit als Finanzanalystin in einem amerikanischen multinationalen Unternehmen sind ein grosser Vorteil. Je nach Saison beschäftigt das Unternehmen zwischen 15 und 20 Mitarbeitende. Sie betreibt vier Verkaufsstandorte in Lausanne und Epalinges, wo sich die derzeitige, 250 m² grosse Produktion befindet.

Mercedes Assal-Poget, hier zusammen mit ihrem Produktionsleiter, arbeitet gelegentlich selbst mit.

Mit dem künftigen Standort in Central Malley im Westen von Lausanne steht eine neue Etappe bevor. La Chocolatière wird dort auf 400 m² eine Manufaktur und einen Ort der Begegnung errichten. Dort werden auch Workshops speziell für die Ausbildung angeboten. …

Den ganzen Artikel finden Sie im Panissimo vom 24. April 2026.

lachocolatiere.ch

Text und Fotos: Johann Ruppen

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