Mit 66 zu 26 Stimmen haben die Delegierten des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbands SBC am 9. Juni in Bern die neue Bildungsreform in der Produktion angenommen. Vorausgegangen waren kurze, sachliche Wortmeldungen sowie die Behandlung von drei Anträgen.
Mit ihrem klaren Ja (71 % der Stimmenden) zur Bildungsreform folgten die Delegierten am 140. SBC-Kongress in Bern damit dem Aufruf von Peter Signer, Verantwortlicher Bildung Produktion, «für die Zukunft unseres Handwerks zu stimmen». Diese Reform sei kein Sprung ins Unbekannte. Im Gegenteil: Sie sei das Ergebnis von drei Jahren pflichtbewusster, solider Arbeit, breiter Beteiligung und ehrlicher Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Branche. Er bedankte sich nach der Abstimmung «ganz, ganz herzlich» und versicherte, man werde breit abgestützt die Voten sorgfältig prüfen und in die Arbeit einfliessen lassen. «Es ist uns eine Herzensangelegenheit, eine bestmögliche Grundbildung zu gestalten.»
Drei Anträge
Die beiden Anträge des Regionalverbandes Bern-Solothurn und des Kantonalverbandes Freiburg, die Diskussion und den Entscheid auf den Kongress 2027 zu verschieben, wurden von den Delegierten grossmehrheitlich abgelehnt. Christian Muralt, Präsident Bern-Solothurn, und Matthieu Walther, Freiburger Präsident, begründeten ihre Vorstösse damit, dass die Zeit für die Information und Meinungsbildung zu kurz gewesen sei. Der Zürcher Delegierte René Schweizer warb für ein klares Ja, denn die Richtung stimme und Details würden noch angepasst werden.
Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag von Alfred Sutter (Appenzell) auf geheime Abstimmung. Unterstützt wurde er in einem Aufruf von Fabian Schnyder (St. Gallen). Jeder solle frei entscheiden können, wie er abstimme. Der ehemalige OBC-Regionalpräsident Roland Räber erinnerte daran, dass die Delegierten von ihren Kantonalverbänden einen Auftrag hätten und ihre persönlichen Meinungen deshalb nicht ausschlaggebend seien.
Claudia Vernocchi
Foto: Franzisca Ellenberger