Nach rund neun Monaten kehrten sie auf das Gelände der BernExpo zurück. Im vergangenen September hatten Anna Putzi, Regula Baschung und Gwenda Bösch an den Schweizermeisterschaften in Bern die Goldmedaille gewonnen. Am SBC-Kongress erzählten sie, wie sie diese erlebt hatten, wie es ihnen seither ergangen ist und was als Nächstes auf sie wartet.
Im zweiten Teil des SBC-Kongresses betraten die amtierenden Schweizermeisterinnen Anna Putzi (Detailhandel), Regula Baschung (Konditorei-Confiserie) und Gwenda Bösch (Bäckerei-Konditorei) unter grossem Applaus die Bühne. Ihr Auftritt zeigte: Die Freude über ihren Erfolg ist auch Monate später noch präsent.

Emotionale Erinnerungen
Ein Rückblick in Bildern versetzte sowohl die Nachwuchstalente als auch die Gäste zurück zu den letzten SwissSkills. Alle drei erinnern sich gerne an diese Zeit: «Die vielen Gefühle von damals kommen wieder hoch – vor allem die Erleichterung, etwas Grosses geschafft zu haben», erzählt Regula Baschung. Anna Putzi ergänzt: «Es war eine schöne Zeit, während der wir viele neue Freundschaften geschlossen haben.»
Für alle drei standen das Mitmachen und die damit verbundene Erfahrung im Zentrum ihrer Teilnahme. Keine von ihnen hätte damit gerechnet, dass sie gewinnen würde. Gwenda Bösch blieb deshalb ein Moment besonders in Erinnerung: als bei der Preisverleihung die Namen der drei Erstplatzierten in der Kategorie Bäckerei-Konditorei auf der Leinwand standen.
Neue Perspektiven
Nach den Berufsmeisterschaften startete Anna Putzi, die gelernte Detailhandelsfachfrau, in den Berufsalltag: Bei ihrer neuen Arbeitgeberin, der Pastizaria Cantieni in Scuol (GR), übernahm sie die Verantwortung für die Ladengestaltung.
Obwohl sie ihren erlernten Beruf sehr schätzt – vor allem, weil es schön sei, wenn Kundinnen und Kunden den Laden mit einem Lächeln verliessen, und sie ihre kreative Ader ausleben könne –, wird sie ab August neue Wege gehen. Sie beginnt eine zweite Ausbildung als Milchtechnologin.
Auf die Weltbühne
Für die beiden Siegerinnen aus der Produktion heisst es: Nach den SwissSkills ist vor den WorldSkills, die im September in Shanghai (CHN) stattfinden. Beide arbeiten und trainieren seither an der Richemont Fachschule in Luzern. Ihre intensiven Trainings führen sie auch über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus. «Ich durfte in London Erfahrungen sammeln. Das war eine mega Erfahrung für mich!», erzählte Gwenda Bösch. Auch Regula Baschung profitiert als Konditorin-Confiseurin von diesen zusätzlichen Trainingseinheiten: «Es ist eine gute Übung für mich, immer wieder an anderen Orten zu trainieren. Das hilft mir sehr und macht Spass.»
Mehr Sichtbarkeit und Zeit
Ihre Antwort auf die Frage nach ihrem Wunsch an die Branche überlegten sich die Nachwuchsfrauen gut. «Investiert in die Lernenden! Nehmt euch Zeit für sie und gebt ihnen die Möglichkeit, Kurse zu besuchen», forderten Regula Baschung und Gwenda Bösch. Anna Putzi wünschte sich «mehr Sichtbarkeit für den Detailhandel». Als Beispiel nennt sie die Bündner Berufsmesse Fiutscher, an der die Detailhandelslernenden jeweils ein Schaufenster gestalten. Wenn die Kinder vor Ort seien, würden jedoch nur die Bäcker-Confiseur/innen präsent sein. «So geht der Detailhandel immer etwas unter – dabei ist er doch wichtig», betonte sie.
Offen für die Zukunft
Die Siegerinnen nutzten die Bühne, um ihren Familien, Freunden, Betrieben und Coaches für die Unterstützung vor, während und nach den Meisterschaften zu danken.
Und wo sehen sich die drei in fünf Jahren? Anna Putzi hofft auf einen erfolgreichen Abschluss ihrer zweiten Ausbildung: «Und dann freue ich mich darauf, zu sehen, wohin mich mein Weg führen wird.» Regula Baschung und Gwenda Bösch konzentrieren sich derweil ganz auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften. «Danach bin ich offen für etwas Neues», sagte Regula Baschung. «Ich könnte mir vorstellen, im Ausland zu arbeiten», meinte Gwenda Bösch.
Elina Laich
Foto: Johann Ruppen