Regelmässig erreichen uns auf der Geschäftsstelle Fragen von Medienschaffenden zum Nachwuchs, zur Brotqualität, zu den Rohstoffen, zur Wirtschaftlichkeit, zum Geheimnis guter Schokolade oder zu den Preisen. Manchmal schwingt auch Kurioses mit, etwa die Frage «Haben Sie eine Statistik darüber, welche Pralinésorte am häufigsten in der Schachtel zurückbleibt?».
Doch seit dem 99-Rappen-Hype gibt es in den Medien Diskussionen, die nicht verebben: Was darf ein ehrliches Brot kosten? Als nationaler Verband können und dürfen wir darauf keine Pauschal-Antwort geben – das verbietet uns nicht nur das Kartellrecht. Zudem wäre es unseriös: Denn entscheidend sind viele Faktoren, wie Standort, Energiepreis, Löhne, Rohstoffe und Produktionsprozesse. Die Mitglieder als verantwortungsvolle Unternehmende kalkulieren die Preise selbst.
Auch das Schlagwort Bäckereisterben erzeugt zwar schnelle Klicks und Emotionen, wird der Realität aber nicht gerecht. Ja, der Kampf ums Überleben ist für manche Betriebe und mutige Start-ups hart und mit riesigem Aufwand verbunden. Doch unsere Branche lebt!
Unzählige Traditionsbetriebe und innovative Neugründungen beweisen täglich das Gegenteil. Unsere Reportagen im Panissimo und auf swissbaker.ch sind der lebendige Beweis für diese Vielfalt. Schlagzeilen sind einfach – doch die wahre Realität ist weitaus beeindruckender. Es gibt eine hohe Anzahl erfolgreicher Unternehmen in unserer Branche: Grossbetriebe, Klein(st)unternehmen, alteingesessene Firmen und Start-ups.
PS: Als Beleg verweise ich oft auf unsere vielfältige Auswahl im Branchenmagazin Panissimo und auf
swissbaker.ch.
Claudia Vernocchi
Vizedirektorin, Leiterin Panissimo
Foto: Franzsica Ellenberger