Manuela Schwab ist seit Oktober 2025 Leiterin Konditorei-Confiserie der Richemont Fachschule Luzern. Zuvor prägte sie während vieler Jahren die Konditorei-Abteilung der Bäckerei Reinhard in Bolligen (BE). Im Interview spricht sie über ihren Start, ihre neue Aufgabe und darüber, was sich unter ihrer Leitung ändern wird.
Manuela, wie war dein Start am neuen Arbeitsplatz?
Nach vielen Jahren beim selben Arbeitgeber stellte der Neustart in der Richemont Fachschule eine spannende und vielseitige Herausforderung für mich dar.
Beschreibe bitte unseren Leser/innen die ersten Monate …
Während den ersten Monaten stand mir mein Vorgänger Urs Meichtry zur Seite, wofür ich sehr dankbar bin. Unsere teils sehr deutlichen Unterschiede in der Arbeits- und Herangehensweise, brachten jedoch einige zusätzliche Herausforderungen für mich mit. Gleichzeitig wurde ich von meinem neuen Team sehr herzlich aufgenommen und ich erfahre seither eine grosse Unterstützung, die mir den Einstieg erheblich erleichtert hat und mich motiviert, meine Aufgaben engagiert anzugehen.
Im Grossen und Ganzen kann man also sagen, dass mein Start an der Richemont Fachschule intensiv, herausfordernd, spannend und wertschätzend zugleich war.
Was zählt zu deinem Aufgabengebiet?
In meiner Funktion bin ich verantwortlich für die operative Führung der Konditorei-Confiserie. Ferner stehe ich Branchenmitgliedern bei fachlichen Herausforderungen beratend zur Seite und unterrichte einige Kurse an der Richemont Fachschule. Als Mitglied der Geschäftsleitung bin ich ausserdem aktiv in strategische Prozesse eingebunden.
Was nimmst du aus deiner Zeit bei der Bäckerei Reinhard mit in die neue Funktion?
Ich nehme viel Führungserfahrung sowie fundiertes Wissen in der Prozessoptimierung mit. Zudem wurde mir bei Reinhard bewusst, wie entscheidend ein gut gepflegtes Netzwerk ist und welche positive Wirkung gelebte Wertschätzung entfalten kann. Darüber hinaus bin ich inzwischen überzeugt, dass für jede Herausforderung eine passende Lösung existiert – auch wenn diese mitunter unbequem sein mag.

Welches sind die Herausforderungen?
Besonders herausfordernd für mich persönlich war der Wechsel aus den Fachbetrieben in die Schulumgebung der Richemont, die zugleich das Kompetenzzentrum unserer Branche ist. Diese neue Umgebung eröffnet mir eine neue Perspektive, fordert von mir aber gleichzeitig ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit.
Eine weitere Herausforderung in meiner Tätigkeit ist der Wandel der Branche. Die Richemont Fachschule steht vor der Aufgabe, sich neu zu positionieren und zukunftsorientierte Lösungen für die aktuellen und kommenden Herausforderungen der Branche zu entwickeln.
Was begeistert dich besonders an der aktuellen Arbeit?
Ich habe die Möglichkeit, die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten, was immer einer meiner grössten Wünsche war. Meine Entscheidungen entfalten nun eine deutlich stärkere Wirkung als zuvor. Besonders schätze ich an meiner Tätigkeit zudem, dass ich alle meine Ausbildungen und Erfahrungen gezielt einbringen und miteinander verbinden kann.
Sind Änderungen in naher Zukunft geplant?
Wenn eine Führungsperson wechselt, verändern sich in der Regel viele Abläufe und Strukturen. Dies betrachte ich als eine meiner zentralen Aufgaben. Ein Teil dieser Veränderung erfolgt ganz natürlich durch meine Persönlichkeit, während weitere Anpassungen von mir erwartet werden – was ich als vollkommen berechtigt empfinde.
Es stehen somit vielfältige Veränderungen an: sowohl kleinere, die meine Abteilung direkt betreffen, als auch grössere, die ich mitgestalten darf. Ein Beispiel dafür ist die Plattform richemont.plus (richemontplus.com), die künftig den Alltag der Fach- und Ausbildungsbetriebe wesentlich erleichtern wird.
Hast du Wünsche an die Branche?
Für die Zukunft unserer Branche wünsche ich mir von Herzen, dass wir mutig bleiben, Neues ausprobieren und innovative Wege gehen.
Noch wichtiger ist mir jedoch, dass wir als Branche enger zusammenrücken, uns gegenseitig unterstützen und in schwierigen Momenten unkompliziert zur Seite stehen. Dabei schliesse ich die Richemont Fachschule selbstverständlich mit ein. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass unsere Branche auch in Zukunft lebendig bleibt – denn nur gemeinsam sind wir wirklich stark und können die Herausforderungen der Zeit meistern.
Interview: Claudia Vernocchi
Foto: Richemont Fachschule