An den WorldSkills 2026 errangen Gwenda Bösch im Skill Bakery und Regula Baschung im Skill Pâtisserie and Confectionery je eine Medal for Excellence. Gemeinsam mit Panissimo blicken die beiden Nachwuchstalente mit ihren Coaches Ramona Bolliger und Yves-Alain Braichet auf den Anlass in Shanghai zurück.
Ihr Training ist belohnt worden. Über ein Jahr lang haben sich Bäckerin-Konditorin Gwenda Bösch und Konditorin-Confiseurin Regula Baschung auf die WorldSkills 2026 in Shanghai (CN) vorbereitet. Die Wettkampftage am 23. und 24. September verlangten beiden emotional wie auch fachlich alles ab: Die zwei Teilnehmerinnen starteten mit Problemen. Dass sie diese überwanden, davon zeugen ihre Medals for Excellence: Mit ihren 706 respektive 703 Punkten erhielten beide eine solche verliehen.

Mit etwas Abstand blicken Gwenda Bösch und Regula Baschung sowie ihre Coaches Ramona Bolliger (Bakery) und Yves-Alain Braichet (Pâtisserie and Confectionery) zurück. Während den Teilnehmerinnen vor allem ihre Wettkämpfe und die Menschlichkeit in Erinnerung bleiben, betonen die Coaches die international erstarkte Konkurrenz.
Support vor Ort
Gemeinsam mit den Wettkämpferinnen und den Coaches war eine kleine Delegation des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes SBC an den WorldSkills in Shanghai: Markus Zimmerli, stv. Direktor der Richemont Fachschule, Urs Wellauer-Boschung, SBC-Direktor, und Daniel Nyfeler, Präsident der SBC-Wettbewerbskommission, versorgten die Panissimo-Redaktion mit Fotos und News. Natürlich feuerten sie Gwenda Bösch und Regula Baschung bei den Wettbewerben an. Fan-Power erhielten die Teilnehmerinnen auch aus den eigenen Reihen: Die Eltern von Gwenda Bösch, Gabi und Andreas Bösch, sowie Jasmine und Rafael Betschart von der Bäckerei Betschart (Bonstetten / ZH), der Ausbildungsbetrieb von ihr, waren ebenfalls vor Ort. Natürlich «fanten» sie nicht nur für ihre Tochter beziehungsweise ehemalige Lernende, sondern auch für die Leistungen von Regula Baschung.
Rückblick…
Gwenda Bösch, Skill Bakery

Gwenda, welche Arbeiten sind dir besonders gelungen?
Ich finde das Schaustück und die Croissants sind mir besonders gelungen. Bei uns war das Problem, dass die Temperaturangaben am Gärautomaten nicht stimmten: Die Croissants hatten über Nacht viel zu warm! Trotzdem sind sie für mich sehr gut gelungen – darauf bin ich auch stolz.
Wie war der Austausch mit den anderen Teilnehmenden?
Wir hatten einen mega schönen Austausch und verstanden uns mit den anderen Kandidat/innen super. Wir waren von Anfang an im Gespräch und tauschten uns nach dem Wettkampf darüber aus, wie es uns ergangen ist. Es war ein Miteinander, wir waren weniger Konkurrent/innen. So konnten sich Freundschaften entwickeln.
Was nimmst du daraus mit?
Ich nehme sicher mit, dass auch sie nur Menschen sind. Es sind auch junge Leute, sie sind ebenfalls frisch im Beruf und sie sind auch bei gewissen Sachen unsicher. Es war mega schön zu sehen, dass sie gleich sind wie man selbst. Darum ist es besonders toll, sich kennenzulernen und zu merken, wie nett sie sind und dass man Spass zusammen hat.
Was willst du der Branche noch sagen? Das «Mikrofon» gehört dir …
Danke an alle, die mich hierbei unterstützt haben und dass ich die Branche auf dieser Weltbühne vertreten durfte! Ich sehe selber: Ich wurde elfte und bekam eine Medal for Excellence. Das war nicht das, was ich erreichen und wie ich die Branche vertreten wollte. Trotzdem kann ich hinter meinen Produkten stehen und bin stolz auf das, was ich unter diesen Umständen.
Ramona Bolliger, Coach von Gwenda Bösch

Wie hast du Gwenda an den WorldSkills erlebt?
Gwenda hat ihre Arbeit zu rund 90 Prozent so ausgeführt, wie wir sie im Vorfeld geplant und
trainiert hatten. Dass während eines Wettbewerbs nicht immer alles genau nach Plan läuft, ist ganz normal. Zu Beginn hat sie etwas Zeit verloren, aber gegen Ende konnte sie diesen Rückstand sehr gut aufholen.
Als Coach hast du die Leistungen der anderen Kandidat/innen gesehen. Was ist dir aufgefallen?
Viele Länder, die ich vor zwei Jahren in Lyon noch als eher schwach wahrgenommen hatte, haben enorme Fortschritte gemacht. Das Niveau ist insgesamt deutlich gestiegen. Wir dürfen uns deshalb nicht darauf ausruhen, dass die Schweiz ein Land mit grosser Brotkultur ist. Die Konkurrenz schläft nicht und wir müssen konsequent weiterarbeiten und uns ebenfalls weiterentwickeln.
Welche Aufgaben waren besonders schwierig?
Das Früchtebrot mit Sauerteig war meiner Meinung nach die Aufgabe, bei der allgemein am meisten Schwierigkeiten auftraten. Viele Produkte wurden nicht optimal abgegeben. Gwenda hat diese Aufgabe hingegen sehr gut gelöst und konnte dort einige wichtige Punkte gutmachen.
Regula Baschung, Skill Pâtisserie and Confectionery

Regula, welche Arbeiten sind dir besonders gelungen?
Mir ist der Dessertteller sehr gut gelungen. Ich behaupte sogar, er war noch nie so schön wie an den WorldSkills. Ausserdem würde ich sagen, dass meine Arbeitsorganisation sowie die Sauberkeit sehr gut waren. Es sind viele Kleinigkeiten nicht so gelaufen wie geplant und trotzdem konnte ich ruhig weiterarbeiten und mich jedes Mal auf meine nächsten Arbeits-schritte fokussieren. Darauf bin ich sehr stolz, vor allem weil es sogar für eine Medal for Excellence gereicht hat.
Wie war der Austausch mit den anderen Teilnehmenden?
Der Austausch war schon da, vor allem nach dem Wettbewerb haben wir uns etwas darüber unterhalten, wie es wem gelaufen ist. Es war sehr beruhigend zu hören, dass auch andere Mühe hatten mit gewissen Sachen – etwa Maschinen oder Zutaten, die man nicht kennt.
Was nimmst du daraus mit?
Ich nehme sehr, sehr viel aus diesem Jahr mit: Seien es Erfahrungen, offeneres Denken oder Freunde fürs Leben, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte.
Was willst du der Branche noch sagen? Das «Mikrofon» gehört dir …
Ich möchte euch allen herzlichst für eure Unterstützung danken! Ich bin sehr froh, diesen Weg dank euch eingeschlagen zu haben. Ich wünsche mir, dass die Menschen mit viel Berufserfahrung und Offenheit diese mit den Jungen und neuen Leuten in der Branche teilen, damit neue Ideen entstehen. Vielen Dank!
Yves-alain braichet, Coach von Regula Baschung

Wie hast du Regula an den WorldSkills erlebt?
In den ersten drei Stunden des ersten Wettkampftages sind ihr einige Fehler passiert. In der ersten
Pause sind dann auch Tränen geflossen. Wir hatten jedoch ein gutes Gespräch, und ich konnte sie mental stärken. Am Nachmittag war sie wieder motiviert bei der Arbeit. Das hat mich besonders gefreut. Ein weiterer erfreulicher Punkt war, dass Regula sehr sauber und ordentlich gearbeitet hat. Das war während des Trainings immer wieder ein Diskussionsthema. Wenn ihr zu Beginn diese Fehler nicht passiert wären, wäre sie in der Rangliste weiter vorne gelandet.
Als Coach hast du die Leistungen der anderen Kandidat/innen gesehen. Was ist dir aufgefallen?
Ganz klar der WorldSkills-Gewinner Tianxiang Wang aus China. Jede Bewegung war unglaublich präzise einstudiert. Es wirkte fast nicht mehr menschlich – wie bei einem Roboter.
Welche Aufgaben waren besonders schwierig?
Das war sehr unterschiedlich. Bei einigen Kandidat/innen ist das Schau-stück sehr gut gelungen, dafür die Torte oder die Pralinen weniger. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hatte seine eigenen Stärken. Das hat sich schliesslich auch in den Resultaten gezeigt.
Asien brillierte
In beiden Skills Bakery und Pâtisserie and Confectionery gingen alle Podestplätze an Kandidat/innen aus asiatischen Ländern. Besonders die chinesischen Teilnehmer beeindruckten mit ihren Arbeitsweisen und Produkten (siehe Interviews).
Top 3 Bakery
- Platz: Jinchen Hou; China, 765 Punkte
- Platz: Smriti Nambiar, Indien, 740 Punkte
- Platz: Yu-Xian Lin, Chinesisch Taipeh, 736 Punkte
Medals for Excellence gingen an die Kandidat/innen aus Japan, den Niederlande, Malaysia, Australien, Korea, Macau (China), Frankreich und der Schweiz.
Top 3 Pâtisserie and Confectionery
- Platz: Tianxiang Wang, China, 744 Punkte
- Platz: Seunghye Choi, Korea, 735 Punkte
- Platz: Cheng-Yu Shen, Chinesisch Taipeh, 729 Punkte
Medals for Excellence gingen an die Kandidat/innen aus Kanada, Japan, Hong Kong, Macau, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Bilder von den Schautischen der Podestplätze…»
Pan
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