Beim jährlichen Treffen der Kantonal- und Regionalverbände in Baden (AG) informierte die Verbandsspitze über aktuelle Branchenprojekte. Diskutiert wurden ein neues Mitgliederbeitragssystem sowie unter anderem die Teilstrategie Kommunikation und die Bildungsreform Produktion. Präsentiert wurde auch das Projekt Team Suisse Boulangerie.

In seiner Begrüssung äusserte sich Vizepräsident Jean-François Leuenberger am Treffen der Kantonal- und Regionalverbände in Baden zur aktuellen Lage in der Branche, die sich weiterhin in einem anspruchsvollen Umfeld bewege. Für die Betriebe sei keine Entlastung in Sicht: Personal, Energie, Rohstoffe, Mieten und Administration würden die Kostenrechnung belasten, während viele Kundinnen und Kunden nach wie vor preissensibler einkaufen.

Gleichzeitig verschärfe sich der Wettbewerb durch die Grossverteiler und Discounter, die industrielle Produktion und durch importierte Halb- und Fertigbackwaren. Für Jean-François Leuenberger ist klar: «Wir können und wollen nicht über die tiefsten Preise gewinnen. Unsere Stärke liegt in der Qualität, Frische, Regionalität, Gastfreundschaft und Fachkompetenz.» Handwerkliche Qualität habe ihren Wert und damit auch ihren Preis.

In seiner Rede schnitt er weitere Themen an wie die Herkunftsdeklaration, den Nachwuchs und die Weiterbildung. Er versicherte, dass sich die Verbandsspitze für die Anliegen der Mitglieder auf verschiedenen Ebenen stark einsetzt.

Mitgliederbeitragssystem

Als Finanzchef Martin Schnyder 2018 sein Amt antrat, wies der SBC ein Minus von CHF 300’000 in der Jahresrechnung auf. «Der Verband stand kurz vor dem Abgrund», stellte Schnyder fest. «Ich glaube, dass es unserem Direktor Urs Wellauer, dem Präsidenten Silvan Hotz, dem Zentralvorstand sowie dem Leitenden Ausschuss einigermassen gut gelungen ist, das Steuer zu drehen.»

Strategisch denkend und als seriöser Finanzchef sei es nun seine Pflicht, im Rahmen der Strategie 2030 auf finanzielle Probleme für die Zukunft aufmerksam zu machen und proaktiv entsprechende Lösungen vorzuschlagen, nämlich ein neues Beitragssystem. Sein Ziel sei es, nach Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2028 ein neues Modell integriert zu haben und damit eine gesicherte, finanzielle Zukunft des SBC zu garantieren. Als eine der Ursachen für die aktuelle Lage nannte Martin Schnyder die abnehmenden Mitgliederzahlen damit auch als Folge die fehlenden Einnahmen. Noch mehr sparen sei praktisch nicht möglich: «Der SBC erbringt die Leistungen, die von den Mitgliedern sowie den Regionen und Kantonen verlangt werden.» Er zählte das umfangreiche Dienstleistungspaket auf, welche die Mitglieder für CHF 550 Jahresbeitrag erhalten. Der Leitende Ausschuss habe vorgängig ebenfalls die IG Suisse in die Diskussion eingebunden. Diese unterstütze das Vorgehen des SBC und das neue Mitgliederbeitragssystem.

In der anschliessenden Diskussion wies Reto Ziegler, Präsident des Basler Kantonalverbandes, darauf hin, dass vor allem die Jungunternehmenden oft nicht die finanziellen Mittel hätten, um Mitglied zu werden. Der Jahresbeitrag sei zu hoch. Zudem sei die Verbindung zum Verband bei der jungen Generation weniger stark als bei der älteren.

Regina Gut, Kantonalpräsidentin von Ob- und Nidwalden, sowie Zentralvorstandsmitglied Roland Räber hielten fest, dass auch die Kantonal- und Regionalverbände von den SBC-Dienstleistungen profitierten und dass die Beiträge an diese um ein Vielfaches höher seien.

Der Zentralvorstand genehmigte an seiner Sitzung am Vortag den Entwurf des neuen Mitgliederbeitragssystems. Das Dokument wird ab Mitte Oktober den Regional- und Kantonalverbänden zur Vernehmlassung geschickt.

Abschliessend betonte Jean-François Leuenberger, dass die Kantonal- und Regionalverbände sowie der SBC zusammen für das neue Mitgliederbeitragsmodell werben müssten, ganz nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark.

SBC Treuhand Änderungen

Markus Koster, Geschäftsführer der SBC Treuhand AG, informierte unter anderem über das Projekt one company, dem Zusammenschluss von vier Gruppengesellschaften, darunter die SBC T. Ziel sei es, so Koster, die Strukturen zu vereinfachen und die Effizienz zu erhöhen. Für die Kundschaft ändere sich nichts. Die neue Organisation werde im Oktober 2027 Tatsache sein.
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Patricia Hochstrasser, Direktorin der Panvica, Beat Leuenberger, CFO und Eveline Trabelsi, Leiterin Pensionskasse, orientierten die Teilnehmenden unter anderem über die Digitalisierung, die Pensionskassen und das Verbandsinkasso.   

Die teilnehmenden Vertreter/innen der Regional- und Kantonalverbände wurden zudem über den Stand bei der Umsetzung der Teilstrategie Bildung 2030 sowie derjenigen von Marketing-Kommunikation informiert. Weitere Themen waren der Genusskalender, die Dreikönigskampagne, die erfolgreiche Nachwuchskampagne 2026, die Aus- und Weiterbildung und die Reform der Bildungsverordnung Produktion. Peter Signer, Verantwortlicher für die Bildung Produktion, dankte für die Unterstützung am Kongress und präsentierte den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.
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Roman Helfer, Sekretär des Waadtländer Kantonalverbandes, lobte die Arbeiten von Peter Signer und allen Beteiligten. Es werde ein sehr guter, weiser Weg beschritten, ganz nach dem föderalen Vorbild (franz: voix de la sagesse et voix fédérale).

Thema war ebenfalls der Start der Verhandlungen mit den Sozialpartnern für den neuen Gesamtarbeitsvertrag sowie die Kommunikation im Allgemeinen. Reto Fries, Direktor der Richemont-Fachschule stellte die neue Plattform richemontplus vor und Lisa Frunz, zuständig für den Verkauf im ZV, berichtete über die aktuellen Themen im Detailhandel.

Team Suisse Boulangerie

Der Neuenburger Bäcker Damien Dubois präsentierte am Treffen der Regionen und Kantone das Projekt Team Suisse Boulangerie des Westschweizer Regionalverbandes. Federführend sind neben Damien Dubois Thomas Schenk, Sylviane Jeanneret, Justine Froidevaux und Christophe Ackermann. Früher habe die Schweiz mit der Richemont Fachschule an internationalen Wettkämpfen Spitzenpositionen eingenommen. Nun wolle man wieder an alte Zeiten anknüpfen. Ziel sei es, für die artisanale Schweizer Bäckerei international zu werben. Dazu brauche es alle Regionen der Schweiz: «Ein Land kann nicht zur Hälfte gewinnen.»

Ab November 2026 starten die Vorauswahlen für die Coupe d’Europe und den Mondial du Pain 2027 in Nantes (F). Damien Dubois rief zur aktiven Unterstützung und zur Mitwirkung auf.

Claudia Vernocchi

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