Der Durchschnittspreis für ein Café crème in der Deutschschweiz beträgt 2022 CHF 4.39. Das sind 9 Rappen (+ 2,9 %) mehr als im Vorjahr, der höchste Anstieg in den letzten zehn Jahren. Weitere Preiserhöhungen seien unausweichlich, hielt CafetierSuisse an seiner Medienkonferenz von vergangenem Montag fest. Präsident Hans-Peter Oettli rechnet für 2023 mit einem weiteren Anstieg von 10 bis 15 %.

Seit 2012 ist der Kaffeepreis um 28 Rappen gestiegen (2012: CHF 4.11). Der Preisunterschied zwischen städtischen und ländlichen Regionen bleibt sichtbar, die Differenz nehme aber insgesamt weiter ab, so CafetierSuisse. Die städtischen Ballungszentren liegen alle über dem Durchschnittspreis. Der Kanton Zug (CHF 4.62), gefolgt von Zürich (4.58) weist das höchste Preisniveau im kantonalen Vergleich auf. Die Stadt Zürich bleibt mit durchschnittlich CHF 4.68 pro Café crème insgesamt Spitzenreiterin beim Kaffeepreis. Ebenfalls angestiegen ist der Preis für einen Espresso, nämlich um 5 Rappen, von CHF 4.25 auf CHF 4.30. Diese Zahl wird vom Bundesamt für Statistik erhoben.

Fachkräftemangel

«Nach der einschneidenden Coronakrise war 2022 für die Gastronomie eine Phase der wirtschaftlichen Erholung», unterstrich Oettli an der Medienkonferenz rückblickend. Allerdings stelle man fest, dass seit Herbst das Geld etwas weniger locker ausgegeben werde. Zu schaffen machen der Branche neben der grassierenden Inflation der akute Fachkräftemangel und die Energieunsicherheit. Diese Faktoren zählen denn auch zu den Ursachen für die Preiserhöhungen in der Branche.

Die Coronakrise hat die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärft, so dass teilweise die Dienstleistungen – wie beispielsweise die Öffnungszeiten – eingeschränkt werden. Mit einem verstärkten Aus- und Weiterbildungsangebot sowie «modernisierten und attraktiven Anstellungsbedingungen über den L-GAV wollen wir dieser Entwicklung entgegentreten. Ziel muss es sein, die Nachwuchsförderung zu stärken, den Quereinstieg zu ermöglichen und Mitarbeitende langfristig in der Branche zu halten», hielt Oettli fest.

Die Schweiz ist an der Weltspitze

Was den Kaffeekonsum betrifft, so bewegt sich die Schweiz mit 1069 Tassen pro Person und Jahr weiterhin innerhalb der Weltspitze. Einzig Norwegen mit 1460 und Deutschland mit 1300 Tassen sind weiter vorne platziert. Damit bleibt der Kaffee eines der beliebtesten Getränke in der Schweiz und bildet für die Unternehmen einen wichtigen Umsatzträger. Gemäss CafetierSuisse erwirtschaftet die Schweizer Kaffeebranche knapp 1 % des Bruttoinlandprodukts.

Wird aufgrund der Inflation der Kaffeekonsum in den Cafés sinken? Nein, lautete die Antwort an der Medienkonferenz von Seiten des Verbandes. Zwar sei der Kaffeekonsum zu Hause gestiegen, während er auswärts leicht gesunken sei. Trotzdem bleibt Oettli zuversichtlich, vorausgesetzt der Gastronom trage dem weiterhin steigenden Qualitätsanspruch Rechnung. Denn das Café sei ein Ort des Verweilens und der Begegnung. Zudem habe der Togo-Verkauf zugenommen. «Wir setzen auf Qualität», betonte Co-Geschäftsführer Julian Graf.  

CafetierSuisse hat zum 35. Mal die angewandten Verkaufspreise für Café crème in rund 650 Cafés, Cafeterias, Café-Bäckereien-Confiserien und Café-Bistros in der deutschsprachigen Schweiz (inkl. französischsprachiger Teil im Kanton Bern) erhoben.

Entschädigungsinitiative

Entschädigungsinitiative

An der Medienkonferenz wurde ebenfalls auf die Volksinitiative «Für eine geregelte Entschädigung im Epidemiefall» thematisiert. Die Entschädigungsinitiative fordert, dass finanziell entschädigt wird, wer durch eine behördliche Massnahme währen einer nächsten Pandemie wirtschaftlich massgeblich betroffen ist. CafetierSuisse wie auch der Schweizerische Bäcker-Confiseurmeister-Verband machen im Initiativ-Verein mit.

com/cv

Das könnte Sie auch interessieren

Bessere Konditionen für Kartenzahlungen dank Pistor und Nets