Beim Thema Mutterschutz liegt der Gedanke nahe, erst aktiv zu werden, wenn eine Mitarbeiterin ihre Schwangerschaft meldet. Doch dann sollten die wesentlichen Vorarbeiten bereits erledigt sein.

Sobald in einer Bäckerei-Confiserie Frauen beschäftigt werden, gehört die Ermittlung von möglichen Gefährdungen bei Schwangerschaft und während der Stillzeit zur betrieblichen Vorsorge. Denn schwangere oder stillende Mitarbeiterinnen dürfen gefährliche oder beschwerliche Arbeiten nur ausführen, wenn eine Risikobeurteilung für den Arbeitsplatz vorliegt und die vorgesehenen Schutzmassnahmen umgesetzt sind. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Beschäftigung ein Gesundheitsrisiko für die werdende Mutter oder das ungeborene Kind darstellt.

Start bei Stellenantritt

Die branchenspezifische Risikobeurteilung schafft dafür die Grundlage. Sie zeigt auf, welche Gefahren für Mutter und Kind bestehen können, welche Tätigkeiten gegebenenfalls auszuschliessen sind und mit welchen Schutzmassnahmen Risiken reduziert werden können. Die Gefährdungsermittlung erfolgt dabei, bevor eine Schwangerschaft gemeldet wird. Mitarbeiterinnen werden bereits beim Stellenantritt über die im Betrieb vorhandene und im Rahmen des Mutterschutzes relevanten Gefährdungen informiert.
Der Mutterschutz beginnt somit nicht erst bei der Meldung einer Schwangerschaft. Vielmehr kann auf die bereits geleistete Vorarbeit zurückgegriffen werden. Gemeinsam mit der Mitarbeiterin wird die konkrete Arbeitssituation beurteilt, die notwendigen Schutzmassnahmen werden festgelegt und unmittelbar umgesetzt.

Sicherheit für beide Seiten

Ein frühzeitiges Erfassen der betrieblichen Gefahren schafft damit Sicherheit für beide Seiten: Der Betrieb ist vorbereitet und die Mitarbeiterin kann von Beginn einer Schwangerschaft an wirksam geschützt werden.

Die Excel-Vorlage zur Risikobeurteilung unterstützt dabei, die relevanten Gefährdungen systematisch zu erfassen – am besten, bevor eine Schwangerschaft zum Thema wird. Das Dokument steht in der Branchenlösung für SBC-Mitglieder im Kapitel 6.10 zum Download bereit.

Zur Branchenlösung…»

Benjamin Horand,
Leiter Fachstelle ASA und Qualitätsmanagement

Foto: SBC


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