Von der ersten Berufswahl bis zum Sieg an den SwissSkills: Anna Putzi erzählt, wie sie den Weg in den Detailhandel der Bäckerei-Confiserie-Branche gefunden hat.

In der Oberstufe kam ich das erste Mal so richtig mit dem Berufswunsch in Kontakt. Als Kind hatte ich selbstverständlich viele Ideen, aber es war das übliche wie Prinzessin oder Schauspielerin. Später, als ich mich dann aber richtig damit befasste, war ich etwas überfordert mit der Frage: Was möchte ich eigentlich? Es gibt unendlich viele Berufe auf der Welt. Doch welcher ist der, den ich am liebsten ausüben möchte und welcher entspricht meinen Fähigkeiten?

Der Weg in den Detailhandel

Durch Schnupperlehren und das Reflektieren meiner Hobbys bin ich schlussendlich auf den Detailhandel gestossen. Anfangs wollte ich in die Sportartikelbranche, da ich sehr gerne in der Natur bin und selbst Sport treibe. Deshalb fand ich dies am naheliegendsten. Bei der weiteren Suche stiess ich auf die Lehrstelle bei der Confiserie Maron in Chur. Als Kind durfte ich im Sommer bei einem Marktstand des Scarnuz-Grischun mithelfen. Wir verkauften unter anderem viele Backwaren, weshalb mir diese Branche schon etwas vertraut war. Mich begeisterte schon immer, was man alles aus Teig und Schokolade zaubern kann. Deshalb beschloss ich, mich für diese Lehrstelle zu bewerben und wurde zu meiner Freude genommen.

Mehr als Kundschaft bedienen

Diese drei Lehrjahre waren herausfordernd und intensiv, aber auch sehr lehrreich und aufregend. Erst nachdem ich mit der Lehre begonnen hatte, erkannte ich richtig, was sonst noch alles hinter dem Beruf steckt. Es geht nicht nur darum, den ganzen Tag Kundinnen und Kunden zu beraten und zu bedienen. Dahinter verbirgt sich viel mehr. Ein grosser Teil ist die Verpackungsarbeit, seien es einfache und schlichte Verpackungen bis hin zu aufwendigen Geschenken und Verzierungen. Auch die Ladengestaltung hat einen wichtigen Anteil in dieser Ausbildung. So, wie es die Fachrichtung sagt, lernt man alles zum Thema «Gestalten von Einkaufserlebnissen». Dazu gehören Schaufenster, Schautische sowie die gesamte Ladeneinrichtung zu arrangieren. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Wenn man dann noch positive Rückmeldungen von der Kundschaft bekommt, hellt das den Tag auf.

Zweifel vor der Abschlussprüfung

Als es dem Ende meines dritten Lehrjahres zuging und die praktische Abschlussprüfung nahte, wurde ich immer nervöser, obwohl ich in den letzten Jahren und vor allem Wochen so viel gelernt hatte. Ich überlegte mir, ob ich mich genügend vorbereitet hatte. Während der Abschlussprüfung hatte ich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken und es belief sich auf: «Es wird schon schiefgehen». Doch in den Wochen danach kamen die Zweifel, weil mir immer mehr Fehler auffielen, welche ich gemacht haben könnte. Die Erleichterung war gross, als ich den Brief in den Händen hielt, in dem stand, dass ich es geschafft hatte. Zu meiner Verwunderung sogar sehr gut. Damit möchte ich sagen: Auch wenn man an sich zweifelt, an sich selbst fallen einem immer mehr Fehler auf, als es tatsächlich waren.

Die Chance SwissSkills

An dem Tag, an welchem ich einen Anruf mit der Frage erhielt, ob ich an den SwissSkills teilnehmen möchte, war ich sehr überrascht, aber freute mich zugleich, mein Gelerntes nochmals präsentieren zu dürfen.
An die SwissSkills in Bern bin ich mit einem sehr ruhigen Gefühl gestartet, weil ich keine grossen Hoffnungen hatte, auf dem Podest zu landen. Ich freute mich auf eine spannende Zeit und auf all die Erfahrungen, die mich mein Leben lang begleiten würden. Dadurch wurde ich nicht zu nervös und konnte mich so gut auf meine Aufgaben konzentrieren. Am Ende meines ersten Wettkampftages wurden die sechs Finalistinnen bekannt gegeben, welche am darauffolgenden Tag nochmals gegeneinander antreten durften. An diesem Tag war Spontanität gefragt, es wurde ein Überraschungsprogramm geplant, wodurch wir uns nicht vorbereiten konnten. Durch den gewohnten Arbeitsalltag war Spontanität kein Problem für mich, da immer unerwartete Situationen auf mich zukommen.

Ein Moment fürs Leben

Von allen Ereignissen des ganzen Wettkampfs pochte mein Herz am stärksten, als mein Name unter den drei Podestplätzen zu sehen war und wir hinter die Bühne gebracht wurden. Ich konnte es kaum glauben, als ich als Siegerin ausgerufen wurde. Es war eine sehr schöne Zeit, aus der ich viele schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen durfte.
Was ich den Lernenden in der ganzen Branche ans Herz legen möchte: Wenn ihr jemals die Möglichkeit habt, an den SwissSkills teilzunehmen, empfehle ich euch: Tut es! Wenn man es schon so weit geschafft hat, kann man nichts mehr verlieren, sondern nur von all den aufregenden Momenten profitieren.

Anna Putzi

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