Nach zehn Jahren an der Spitze wurde am 22. April an der jurassischen Kantonalversammlung in Saignelégier Salvatore Mauro zum Nachfolger von Präsident Pascal Dominé gewählt. Dieser wird Ende 2026 das Zepter abgeben.
Er habe sich für die artisanale Bäckerei-Konditorei-Confiserie, die Qualität, das Know-how und vor allem für die Frauen und Männer, die im Alltag die Berufe leben, eingesetzt, erklärte Pascal Dominé in seinem Eingangsreferat an der Delegiertenversammlung des Kantonalverbandes in Saignelégier, an der 28 Mitglieder und Gäste teilnahmen. «Ich habe sie verteidigt, weil ich Respekt habe und weil sie eine kraftvolle und klare Interessenvertretung verdienen. Diese zehn Jahre werden eine prägende Periode für mich bleiben.» Einstimmig wurde Salvatore Mauro von den Mitgliedern als sein Nachfolger gutgeheissen. Dominé bleibt bis Ende 2026. Er wird 2027 noch im Vorstand mitwirken.


Zwei neue Mitglieder aufgenommen
Nicolas Hänggi beendete sein vierjähriges Mandat als Rechnungsrevisionsleiter. Fabien Jobé, der während dieser Zeit als zweiter Rechnungsrevisor tätig war, übernimmt künftig die Funktion des Leiters für die nächsten vier Jahre. Aurélien Prêtre wurde zum zweiten Rechnungsrevisor ernannt.
Diskussionslos wurden zwei neue Mitglieder aufgenommen: Mel Feuille Sàrl (Rossemaison) und La Parisienne (Sonvilier). Michel Daetwiler wird neu «membre ami» (Passivmitglied).
Ausschliesslich weibliche Lernende
Erstmals verzeichnet der Jura im zweiten Lehrjahr ausschliesslich weibliche Lernende. Die sieben Frauen, drei angehende Konditor-Confiseurinnen und vier Bäcker-Konditorinnen, seien sehr motiviert, wie Fachlehrer Olivier Hofmann betonte. Sorgen bereiten ihm jedoch die rückläufigen Zahlen: Für den kommenden Ausbildungsstart im Herbst sind derzeit erst drei Lernende angemeldet.
Die Klasse im dritten Lehrjahr von David Parrat besteht aus fünf Lernenden in der Bäckerei-Konditorei und einem in der Konditorei-Confiserie. «Die Klasse ist sehr sympathisch», berichtete er, «das Niveau sei allerdings eher tief.»
Caroline Schlüchter hatte lobende Worte für die einzige Lernende in der Konditorei-Confiserie. Dieser besondere Umstand ermögliche eine spezielle, individuelle Begleitung, erklärte die Confiseurin. Dank dem grossen Einsatzwillen der Lernenden sei ein wertvoller und angenehmer pädagogischer Austausch entstanden.
Benoit Yerly, Bildungsverantwortlicher des Kantonalverbandes, zog Bilanz zu den Prüfungen: Im vergangenen Jahr bestanden sechs Lernende der Fachrichtung Bäckerei-Konditorei und zwei in der Konditorei-Confiserie das Qualifikationsverfahren EFZ. Ein Kandidat, der die Prüfung nicht bestand, tritt dieses Jahr zur Wiederholung an. Für 2026 sind sechs EFZ-Kandidaten (fünf Bäckerei-Konditorei, einer Konditorei-Confiserie) sowie ein EBA-Kandidat angemeldet.
1. Lehrjahr: Nur drei Lernende
Fachlehrer Michaël Roelli konnte an der Generalversammlung nicht teilnehmen. Er lieferte die Informationen für die Klasse des ersten Lehrjahres Panissimo nach: Die Klasse zählt nur drei Lernende, zwei Bäcker und einen Confiseur. Das Niveau der Klasse sei gut und die Lernenden sind sehr motiviert, so Roelli. Aufgrund der geringen Klassengrösse werde Einzelarbeit gegenüber Gruppenarbeiten bevorzugt.
SBC-Vizepräsident Jean-François Leuenberger und Gérard Fornerod, Präsident des Westschweizer Regionalverbandes und Zentralvorstandsmitglied, gaben zu Fragen betreffend der geplanten Totalrevision in der Produktion Auskunft.
Der Rückblick auf den Salon interjurassien de la formation in Moutier fiel positiv aus. Dennoch waren sowohl Pascal Dominé als auch Caroline Schlüchter der Ansicht, dass dem Anlass Neuerungen und eine Dynamisierung guttun würden.
Die Rechnung 2025 mit einem Überschuss von CHF 7120, präsentiert von Nicole Corso, Sekretärin und Kassierin des Kantonalverbandes, wurde von den Mitgliedern diskussionslos angenommen, ebenso das Budget 2026 mit einem prognostizierten Defizit von CHF 4650. Gutgeheissen wurden ebenfalls die Ansätze 2027 für den Beitrag an die Bildung in der Höhe von 0,2 % sowie den Mitgliederbeitrag von 0,1 % des Lohnsummenbeitrags.
Jean-François Leuenberger berichtete über seine Tätigkeit im SBC-Zentralvorstand, im Speziellen über die Strategie 2030 und über den Gesamtarbeitsvertrag. Gérard Fornerod hob die zahlreichen Dienstleistungen und Vorteile des Westschweizer Regionalverbandes hervor, wie beispielsweise die Organisation der Swiss Bakery Trophy oder die Netzwerkanlässe. Eric Bürki, Vizedirektor der Berufsschule im Kanton Jura, motivierte die Mitglieder, «diese schönen Berufe weiterhin in den Vordergrund zu rücken». Er wies darauf hin, dass zurzeit in verschiedenen anderen Berufen ebenfalls Bildungsreformen im Gang seien und er sich auf die neue in unserer Branche freue.
Claudia Vernocchi