«Es sind die täglichen Kleinkriege, die uns kleinkriegen.»
Dieses Zitat von Gerhard Uhlenbruck, deutscher Immunologe und Aphoristiker, beschäftigt mich jeden Tag!
Es sind die vielen kleinen zwischenmenschlichen Gesten, die mich immer wieder beschäftigen. Ich wünschte mir, dass sich alle Mitarbeitenden mit einem herzhaften «guten Morgen» begrüssen, dass man sich «en Guete» wünscht, dass man «Danke vielmals» sagt, wenn einem geholfen wird, oder «auf Wiedersehen» und «noch einen schönen Tag» wünscht, wenn man sich verabschiedet.
Früher waren diese «Kleinigkeiten» ein Teil der elterlichen Erziehung und zumindest ich bekam sie in meiner Kindheit immer wieder eingetrichtert. Irgendwann sassen sie auch bei mir, unverrückbar, in mir verankert.
Heute habe ich immer mehr das Gefühl, dass dies nicht mehr als Aufgabe des familiären Umfelds angesehen wird, sondern, wie so Vieles, an die Ausbildner/innen und die Vorgesetzen «delegiert» worden ist.
Warum ist die Sozialkompetenz oftmals nicht mehr ein Teil der familiären Erziehung, sondern der Ausbildungsbetriebe? Immerhin macht sie 25 % des Ausbildungsberichts aus? Weshalb sind viele Lehrer/innen in der Schule damit überfordert? Weshalb müssen wir uns als Arbeitgebende, Vorgesetzte oder Ausbildner/innen um diese grundlegende Kompetenz kümmern?
Ich kann Ihnen darauf keine Antwort geben. Aber mein täglicher «Kampf» dafür hilft mir, mich nicht klein kriegen zu lassen. Ich wünsche Ihnen ebenfalls viel Erfolg dabei.
Martin Schnyder
ZV Mitglied, Ressort Finanzen
Foto: Franzisca Ellenberger