Energie sparen bedeutet, Kosten zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Im Auftrag von EnergieSchweiz, einem Programm des Bundes, führt Peik professionelle Energieberatungen für KMU durch. SBC-Mitglieder profitieren dabei von einer erheblichen Vergünstigung. Kürzlich hat sich Verbandspräsident Silvan Hotz beraten lassen.

Der Etagenofen leuchtet rot und gelb, um die Ofenklappen ist es weiss. Mit der Lesebrille auf der Nase schreitet Simon Alge um die Installation, den Blick auf das Wärmebildgerät gerichtet. «Die Öfen sind spannend», sagt er. «Mit einer Wärmerückgewinnung kann etwa das Wasser für den Dampf vorgewärmt werden.»

Alge ist Energieberater und führt für Peik – die professionelle Energieberatung für Ihr KMU – eine Bestandesaufnahme bei der Bäckerei Hotz Rust AG in Baar (ZG) durch. Mitglieder des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes SBC profitieren von einer Vergünstigung. Obwohl Silvan Hotz, Mitinhaber des Betriebes und SBC-Präsident, bereits Massnahmen zum Energiesparen getroffen hat, vermutet er noch Potenzial. «Es gilt, immer etwas dranzubleiben und die Augen offen zu halten.»

Auf dem Dach

Gestartet hat die Begehung auf der Dachterrasse. Mit dem Notizblock in der Hand fragt Alge den Bäcker-Konditor über den Ausbaustandard der Liegenschaft aus. Jahrgang der Gebäudepartien, Infos über die Photovoltaikanlage, Bauart der Fassade sowie getätigte Sanierungen hält der Energiefachmann schriftlich fest. «Wir haben uns überlegt, Ladestationen zu installieren», erklärt Silvan Hotz, als das Gespräch auf die Parkplätze fällt. Seine Kundschaft soll gratis ihre Elektrofahrzeuge laden können. Er befürchtet aber, dass dies ausgenutzt werden könnte. «Halböffentliche Ladestationen mit Speisung über eine PV-Anlage amortisieren sich sehr schnell», entgegnet sein Gegenüber. Es gebe halböffentliche Konzepte, bei denen das Laden in den Randstunden kostenpflichtig sei.

Der Rundgang hat zum Zweck, Kennzahlen des Betriebes, vorhandene Apparaturen und Installationen sowie Anliegen der Betriebsinhaber/innen zu sammeln. Daraus wird der Peik-Berater in Zusammenarbeit mit EnergieSchweiz, dem Programm des Bundes für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, eine Energieanalyse erarbeiten. «Es wird einen Bericht geben, in dem alle Dimensionen einfliessen: Gebäudehülle, Licht, Energie et cetera», so Alge. Daraus leitet der Berater Massnahmen ab und führt sie mit den Investitionskosten zusammen. Auf dieser Grundlage wird Hotz in zwei bis drei Monaten entscheiden können, welche Möglichkeiten er zur Steigerung der Energieeffizienz seines Betriebes umsetzen will. Werden Massnahmen aus dem Peik-Bericht umgesetzt, übernimmt EnergieSchweiz 50 % der Begleitung durch die PEIK-Fachperson bis max. CHF 13 000.

In der Produktion

Von der Dachterrasse geht es in die Produktion der Bäckerei-Confiserie. Hier stehen der Etagenofen, die beiden Backschränke und die Tiefkühlanlage im Fokus von Alge. Mit einem Energiebedarf von 180 Kilowatt bilden diese Installationen die Schwergewichte in der Strombilanz. Der Energieprofi schlägt eine Rückgewinnung der Abwärme vor, um die Luft in der Backstube herunterzukühlen. Da widerspricht ihm der SBC-Präsident: «Bei zu tiefen Temperaturen in der Backstube wird die Gärung der Teiglinge verhindert.»

Den Einwand des Bäcker-Konditors schreibt Alge in sein Notizbuch. «Uns ist es ein Anliegen, dass die Prozesse in den Betrieben nicht verändert werden müssen», so der Peik-Berater. «Ich bringe am liebsten Massnahmen ein, wenn ich sehe, dass diese bei vergleichbaren Betrieben funktionieren.» Eine Challenge beim Rundgang durch die Bäckerei Hotz Rust Anfang März: Es ist eine der ersten Firmen aus der Branche, die vom Förderprogramm profitieren wird. Für Mitglieder des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes SBC kostet die Peik-Energieberatung pauschal CHF 2 105.


Spezialangebot für SBC-Mitglieder


Beim Kaffee

Nun sitzen Alge und Hotz nebeneinander im Café des Hauptstandortes. Sie betrachten den Stromverbrauch der Bäckerei Hotz Rust auf Alges Laptop. Im Vorfeld hat er beim Energiewerk den Stromverbrauch eingesehen. «Die historischen Daten sind essenziell für die Erkennung von Sparpotenzialen», sagt der Energieexperte. «Je weiter die Datengrundlage zurückreicht, desto besser werden die Berechnungen.»

Die Diagramme der Nutzlast weisen an allen Arbeitstagen einen grossen Ausschlag um 1:00 Uhr auf. Dieses Problem ist dem Bäcker-Konditor nicht unbekannt, es wird vom Aufheizen der Öfen verursacht. Organisatorische Massnahmen zur Reduktion traf er Anfang 2026: «Wir heizen die Öfen seit Januar gestaffelt und langsamer auf. Den Peak konnten wir von 150 auf 120 Kilowattstunden reduzieren – das hat sich in zwei Monaten ausbezahlt.»

Dennoch hat Alge zwei Vorschläge, wie der Netzbezug weiter reduziert werden kann. «Ich werde den Nutzen einer Batterie prüfen. Diese kann den Tag über gleichmässig gespiesen und zur Spitzenzeit entleert werden.» Als Alternative nennt er einen virtuellen Zusammenschluss für den Eigengebrauch, kurz ZEV. Mit einem solchen könne der Strombedarf des Unternehmens und der umliegenden Nachbarsgebäude besser koordiniert werden. Dies bilde die Verhandlungsbasis für einen attraktiveren Stromtarif.

Gespannt auf die Präsentation

Hotz ist an den Vorschlägen und den Betrachtungen durch die Energie-Brille interessiert: «Wir haben uns bereits 2025 durch den Kanton zum CO2-Fussabdruck beraten lassen. Peik fokussiert auf den Energieverbrauch und berücksichtigt die Rentabilität.» Während der Strommangellage 2022 fühlte sich der Bäcker-Konditor vom Bund ebenfalls nicht fundiert beraten. «Die vorgeschlagenen Massnahmen waren nicht mit einem Sparringpartner abgestimmt, der Austausch war nicht auf Augenhöhe.» Auf die Präsentation von Alge freut er sich: «Ich konnte Inputs aus der Produktions-Sicht einbringen und bin gespannt, ob die Vorschläge mit diesen vereinbar sind.»

Text: Diego Schwerzmann
Fotos: Samuel Trümpy für Peik

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