Wie sieht die Zukunft unseres Brotes aus? Anlässlich des 10-Jahre-Jubiläums-Wochenendes der Bäckerei Vuaillat diskutierten Branchenfachleute am 1. Sauerteiggipfel in Russikon (ZH) diese Kernfrage. Vor zahlreich erschienenem Publikum blickten sie optimistisch in die Zukunft, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen für das artisanale Gewerbe wird verbessert.
Wie wird unser Brot in 50 Jahren aussehen und wie bleibt das Bäckerei-Handwerk bestehen? Moderator Dani Wüthrich von Radio 1 brachte die leitende Frage auf den Punkt: Es gehe darum, dass auch in 50 Jahren noch Brot gegessen wird und unsere Kinder und Kindeskinder Brot geniessen können. Über die Qualität, den Nachwuchs, die Rahmenbedingungen, die Wertschöpfungskette, den Brotpreis, den Verkauf und die Zukunft debattierten die Expertinnen und Experten vor einem Publikum aus der Branche, Familienangehörigen sowie interessierten Kundinnen und Kunden.
Alle Teilnehmenden an der Podiumsdiskussion verband die Leidenschaft für das Handwerk. Der Event fand in der Vuaillat-Verkaufsfiliale mit Café statt, die idyllisch in der Gärtnerei Waffenschmidt in Russikon integriert ist.

Was braucht das Brot der Zukunft?
Sämi Steiner, Brotsommelier und Backstubenleiter bei der Vuaillat AG, hob hervor, dass das Brot eines der gesündesten Nahrungsmittel ist. Mit einer langen Ruhezeit sei es viel bekömmlicher als ein gewöhnliches Müesli. Um die Zukunft zu sichern, müsse man die Jugend für Brot begeistern – dann gebe es auch künftig noch Brot, schliesslich existiere es schon seit 6000 Jahren.

Auf die Frage, was es für ein zukunftsfähiges Brot braucht, antwortete Moritz Metzler, deutscher Bäckermeister und Geschäftsführer kurz: Mitarbeitende, Rohstoffe und Kund/innen mit Verständnis. Michael Kleinert, Bäckermeister und Institutsleiter an der ZHAW (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften), ergänzte, dass das Brot genussvoll, seinen Preis wert und enkeltauglich sein müsse. Peter Schumacher, Geschäftsführer und Branchenentwickler bei Proback AG, hob hervor: «Martin Mayer ist ein Mensch mit Punch, und genau solche Fachleute benötigen wir für eine erfolgreiche Zukunft für die Branche, die bereit sind Betriebe zu übernehmen.»

Für Claudia Vernocchi, Vizedirektorin des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbands (SBC), stehen Genuss, die Qualität der Produkte und des Verkaufs sowie die Leidenschaft im Vordergrund. Gastgeber, Initiant des Events und Inhaber der Bäckerei Vuaillat, Martin Mayer, zeigte sich zum Schluss der Veranstaltung überzeugt, dass es künftig faire Rahmenbedingungen, eine sensibilisierte Kundschaft sowie innovative und qualitätsgetriebene Bäckereien und Handwerker braucht. Zudem verkündete er die Absicht, ein Brotmanifest nach aussen zu tragen, damit die Anstrengungen nachhaltig sind und Bestand haben. In seinem Schlusswort betonte Moderator Dani Wüthrich, er spüre die enorme Leidenschaft in der Branche und blicke daher sehr zuversichtlich in die Zukunft des Brotes.
Pan
Fotos: Foto: Dennis Lötterle
Das könnte Sie auch interessieren
