Immer wieder hört man, wie schwierig es sei, geeigneten Nachwuchs für unsere Branche zu finden – und dass es in der Produktion eher besser gelingt als im Verkauf.
Warum entscheidet sich so wenig Nachwuchs bewusst für eine Zukunft im Detailhandel?
Der Verkauf wird noch immer unterschätzt. Für viele ist er eine Übergangslösung, statt ein Beruf mit Perspektiven. Dabei ist er längst anspruchsvoller geworden. Unsere Kundschaft erwartet heute echte Beratung. Woher kommen die Zutaten? Wie nachhaltig wird produziert? Was macht dieses Produkt besonders?
Wer im Verkauf arbeitet, macht das Handwerk also überhaupt erst erlebbar. Genau diese Schlüsselrolle wird oft zu wenig sichtbar gefördert. Weiterbildung ist vielfach kein Thema, obwohl sie heute entscheidend ist. Denn wer Nachhaltigkeit und Qualität verkaufen will, muss sie verstehen und vermitteln. Und wer Kundenerlebnisse schaffen will, muss Kommunikation beherrschen. Die Erwartungen steigen also – aber die Rolle des Detailhandels wird zu wenig beachtet.
Die Karriere im Verkauf ist deshalb für viele kaum sichtbar. Dabei gibt es sie: Berufsbildnerin, Branchenspezialistin, Filialleiterin, Verkaufsleiterin, ÜK-Referentin, höhere Fachprüfung – bis hin zur Geschäftsinhaberin.
Entscheidend ist, dass wir diese Wege für alle sichtbar machen, und genau darin liegt die Chance! Etliche Richemont-Kurse und Lehrgänge werden mit AVE-Geldern und Vollzugskostenbeiträgen subventioniert.
Lisa Frunz
ZV-Mitglied Ressort Detailhandel
Foto: Franzisca Ellenberger