«Englisch ist eine nützliche Sprache», findet Cora Bollier. Sie lernt Bäckerin-Konditorin und besucht deshalb eine bilinguale Klasse an der Berufsbildungsschule Winterthur (ZH). Diese umfasst zum Glück mehr als Voci büffeln.

Die Berufsbildungsschule Winterthur (BBW) bietet Lernenden während der Lehre als Bäcker-Konditor/in und Konditor-Confiseur/in EFZ die Möglichkeit, die Allgemeinbildung bilingual zu absolvieren. Dabei wird ein Teil dieses Unterrichts in Englisch unterrichtet. Fachliche Inhalte wie Politik, Wirtschaft oder Recht werden sowohl sprachlich als auch inhaltlich vertieft.

Bilingualer Allgemeinbildungsunterricht

Als ich mich für eine Lehrstelle beworben habe, wurde mir bereits früh erklärt, dass es da eine zusätzliche Variante gibt in diesem Beruf den Allgemeinbildungsunterrichts zu absolvieren, nämlich einen Mix aus Deutsch und Englisch. Dies fand ich eine super Idee, da ich schon von verschiedenen Personen hörte, dass sie in der Zeit während der Lehre ohne Englisch die Sprache zum grössten Teil verlernten. Der Hauptgrund war allerdings, dass ich Englisch sehr mag und es eine sehr nützliche Sprache ist. Weshalb ich mich gleich dafür angemeldet habe.

In der Klasse

Bei den ersten paar Unterrichtsstunden konnten wir oft gleich damit beginnen, uns in Zweiergruppen Fragen auf Englisch zu stellen und uns gegenseitig zu beantworten. Was nicht nur half, uns an das Sprechen zu gewöhnen, sondern auch uns gleich etwas kennenzulernen. Folgend hatten wir Arbeitsblätter zu bearbeiten, passend zu einem aktuellen Thema, welche die meisten der Klasse gut erledigen konnten, da sie auf ein B1 Niveau aufgebaut worden sind. Zwischendurch gab es auch kleine Vokabeltests, die nur circa 30 Wörter pro Mal enthielten. Ich finde es sehr nützlich, dass man auch Voci hatte, die thematisch nicht in der Sekundarschule behandelt wurden.

Durch die Verbindung von beruflicher Praxis und bilingualem Unterricht erweiterten wir Lernenden Bildungs- und Berufschancen. Wobei man gegen Ende der drei Jahre noch eine kleine zusätzliche Vertiefungs-arbeit in Englisch absolvieren kann, um ein Zertifikat zu erhalten.

Studienreise und Abschluss

Die bilinguale Allgemeinbildung fördert die Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Der Bäckerei, Konditorei, Confiseurieberuf ist zunehmend international geprägt. Dabei stellt es einen klaren Vorteil dar, wenn mit der Kundschaft, den Lieferant/innen oder anderen Mitarbeitenden englisch gesprochen werden kann. Während der Ausbildung wird ein zweiwöchiger Auslandaufenthalt, in der Regel in Shrewsbury (GB), angeboten. Mit der Möglichkeit einen zweiwöchigen Besuch im College in Shrewsbury zu machen, erhielten unsere Vocis mehr Inhalte, die in der Küche nützlich waren.

Gegen Ende des 2. Lehrjahres haben wir eine Probevertiefungsarbeit geschrieben, bei der wir zwei von fünf Seiten Hauptteil auf Englisch schrieben. Später bei der richtigen Vertiefungsarbeit verfassen wir jedoch alles auf Deutsch, da unsere Abschlussprüfung auch darauf basiert. Dennoch gibt es die Option noch eine zweite, kleinere VA (Written Assignment) auf Englisch auszuarbeiten, die nur 3-4 Seiten Hauptteil aufweist. Darüber hinaus können wir auch eine weitere kleine bilinguale ABU-Abschlussprüfung machen. Denn, wenn man beide dieser Dinge besteht, wird einem ein Zertifikat erstellt, welches bei einer Bewerbung im Ausland hilfreich werden kann.

Cora Bollier
Konditorin-Confiseurin, 3. Lehrjahr

Foto: zvg


Cora Bollier

2023 hat Cora Bollier ihre Ausbildung als Bäckerin-Konditorin in der Bäckerei Conditorei Confiserie Pfyl in Hedingen (ZH) gestartet. Neben der Bilingualen Klasse an der BBW, besuchte sie während ihrer Lehrzeit Fachkurse in Schokoladen-, Marzipan- und Zuckerartistik. Zurzeit bereitet sie sich auf ihre Abschlussprüfungen vor, die in den kommenden Monaten anstehen.

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