Seit einem halben Jahr wird in der Konditorei Voland AG in Steg im Tösstal (ZH) mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) von Panvica gearbeitet. HR-Verantwortliche Petra Oberholzer hat dafür nur lobende Worte – und auch die Mitarbeitenden profitieren spürbar von diesem Angebot.
Panvica setzt mit dem BGM auf frühe Erkennung und gezielte Unterstützung von der einfachen Absenzmeldung bis zur professionellen Begleitung im Reintegrationsprozess. Ob Prävention, Intervention oder Integration, die Betriebe werden Schritt für Schritt betreut. Diese Dienstleistung steht exklusiv den Versicherten der Panvica-Pensionskasse zur Verfügung.
Wie sind Sie auf das BGM aufmerksam geworden?
Petra Oberholzer: Panvica hat uns im Zusammenhang mit der Absenzenbewirtschaftung darauf aufmerksam gemacht. Wir haben uns erst beim zweiten Anlauf dafür entschieden.
Welche Schritte haben Sie unternommen, um das Personal mitzunehmen?
Wir haben unseren Mitarbeitenden ein Informationsschreiben verschickt. Active Care, das für Panvica das BGM betreut, stellte uns dieses zur Verfügung. Zusätzlich haben wir unser Personal in einem unserer wöchentlichen Informationsprotokolle detailliert darüber informiert.

Wie fielen die Reaktionen der Mitarbeitenden aus?
Im Grossen und Ganzen positiv. Die Mitarbeitenden schätzen es sehr, dass wir als Arbeitgebende ihnen bei Bedarf von extern Hilfeleistungen anbieten, vor allem auch, dass das beratende Gespräch ausserhalb des Unternehmens stattfindet, in einem sogenannt neutralen Umfeld.
Gab es auch kritische Rückmeldungen?
Wenige befürchteten, dass das Care Team zu aufdringlich sein könnte. Einige stellten die Frage, was geschehe, wenn man vom Angebot nicht Gebrauch machen will.
Wie fielen die Reaktionen der Mitarbeitenden aus?
Im Grossen und Ganzen positiv. Die Mitarbeitenden schätzen es sehr, dass wir als Arbeitgebende ihnen bei Bedarf von extern Hilfeleistungen anbieten, vor allem auch, dass das beratende Gespräch ausserhalb des Unternehmens stattfindet, in einem sogenannt neutralen Umfeld.
Gab es auch kritische Rückmeldungen?
Wenige befürchteten, dass das Care Team zu aufdringlich sein könnte. Einige stellten die Frage, was geschehe, wenn man vom Angebot nicht Gebrauch machen will.
Wie gehen Sie bei einem Mitarbeitenden vor, der eine hohe Absenz vorweist?
Wir nehmen mit dem betroffenen Mitarbeitenden Kontakt auf und informieren ihn. Die Vollmacht kann ich vom Active Care Portal herunterladen, nachdem ich eine Meldung erstellt habe und vermerke, dass ich ein Case Manager (CM) wünsche. Erst dann meldet sich eine neutrale Fachperson für ein Gespräch bei ihm.
Die Absenz muss nicht hoch sein. Als HR-Verantwortliche kenne ich die Mitarbeitenden und kann bei Problemen auch früher eine Meldung erfassen.
Was geschieht mit Mitarbeitenden, welche die Dienstleistung nicht annehmen wollen?
Die betroffenen Mitarbeitenden müssen, bevor sie mit Active Care zusammenarbeiten, eine Vollmacht unterschreiben. Wird dies verweigert, machen wir sie darauf aufmerksam, dass wir sie nur unterstützen wollen.
Entsteht zusätzlicher administrativer Aufwand?
Alle Mitarbeitenden müssen in einem Portal registriert werden. Active Care hat uns bei der Einführung unterstützt und – dank unserem guten Lohnprogramm – die Daten übertragen. Zudem müssen alle Ein- und Austritte festgehalten werden, ebenso die Absenzen ab dem ersten Tag. Das ist keine grosse Sache, aber es muss gemacht werden. Schliesslich muss das Arztzeugnis oft auch an die Versicherung weitergeleitet werden. So nimmt man bei der Bearbeitung einen weiteren Schritt in Kauf, mit der Erfassung im Active Time Portal. Ausserdem muss der Prozess überwacht werden. Der kleine Mehraufwand lohnt sich!
Die CM kommen jeweils regelmässig direkt auf die Personalverantwortlichen zu und informieren über die aktuelle Lage und was weiter unternommen wird.
Welches waren die grössten Herausforderungen?
Ich habe es nicht als Herausforderung angesehen. Schlussendlich möchte jede Firma die Absenzen vermindern und Arbeitnehmende gesund und zügig in den Arbeitsprozess zurückholen. Diese Begleitung über Active Time ist Gold wert. Absenzen kosten Zeit und Geld. Gesundes Personal ist unser wertvollstes Gut – für jedes Unternehmen.
Was hat Sie überrascht?
Die ausgezeichnete Kommunikation zwischen CM und unserer Personalabteilung. Es findet ein guter, sachlicher Austausch statt. Die Personen mit Absenzen werden optimal begleitet.
Wo wurden Sie von Panvica beziehungsweise Active Care bei der Einführung begleitet?
Grundsätzlich: Panvica leistet bei auftauchenden Fragen immer gute Unterstützung – Kompliment! Und auch von Active Care erhalten wir Hilfe. Wir werden stets zeitnah und kompetent beraten.
Wie lautet Ihr Fazit heute – was hat sich seit der Einführung im Juli 2025 verändert?
Viel! Die betroffenen Personen erfahren eine bessere Begleitung. Wir haben eine bessere Kontrolle der Absenzfälle und können so Missbräuche verhindern. Auch die Betreuung hat sich verbessert. Wir erfahren eine ausgezeichnete Unterstützung durch CM (Case Manager). Wertvoll ist ebenfalls, dass wir halbjährlich einen Auszug von Active Care mit einer Übersicht der Absenz-fälle erhalten. Es ist ein Mehraufwand – wie bereits gesagt – aber es lohnt sich! Was ebenfalls erfreulich ist: Die Personalfluktuation ist kleiner geworden. Sind die Mitarbeitenden zufrieden, sind sie auch weniger oft krank.
Stand heute, welche Note von 1 bis 6 würden Sie dem BGM geben?
Eine 5,5!
Weshalb sollten die SBC-Mitglieder beim BGM mitmachen?
1. Das BGM unterstützt die HR-Abteilung enorm.
2. Wie bereits erwähnt, findet die Begleitung und Beratung der Personen mit Absenzen durch externe Fachleute statt. Mitarbeitende öffnen sich dadurch mehr und lassen sich beraten.
3. In der Personalabteilung können frühzeitig Prozesse ausgelöst werden. Damit ist es möglich, die Personen rascher zurückzuholen. Auch kann die Gefahr vermindert werden, dass die Betroffenen depressiv werden, da bekanntlich längere Absenzen zu psychischen Problemen führen können.
4. In unserer Personalabteilung hätten wir für eine solch grossartige Betreuung praktisch keine Kapazitäten.
5. Case Manager können zudem zu genaueren Informationen von Ärzten gelangen. Personen, welche die Versicherung ausnutzen möchten, werden frühzeitig erkannt. Dies zum Vorteil der Versicherungsprämie des Arbeitgebenden.
6. Mit der Leistungsmeldung muss ich als Arbeitgeberin nicht mehr persönlich an die Überprüfung der Beitragsbefreiung im BVG denken. Das passiert ab meiner Leistungsmeldung automatisch.
Konditorei Voland AG, Steg im Tösstal (ZH)
- Anzahl Mitarbeitende: total ca. 150 Personen
- Produktion: ca. 60 Personen / inkl. TZ
- Verkauf: ca. 80 Personen / inkl TZAdministration: ca. 9 Personen /inkl TZ
- Administration & Atelier: ca. 10 Personen /inkl TZ
- Start Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): 01.07.2025
Interview: Claudia Vernocchi
Bilder: adobestock/zvg