Im Herzen von Aubonne (VD), nur einen Steinwurf von Schloss, Kirche und Schule entfernt, liegt die Bäckerei La Fontaine – ein Ort, der nicht nur den Duft von frisch gebackenem Brot verströmt, sondern auch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. Hier treffen sich Stammkundschaft und Besucher/innen, um mehr als nur Backwaren zu geniessen: Hier wird Gemeinschaft gelebt.
Seit fast 35 Jahren führen Verena und Philippe Gubler die Bäckerei La Fontaine mit Herz und Leidenschaft. Sie verwöhnen ihre Kundschaft gerne mit hausgemachten Suppen, Quiches, Torten und Konfitüren – alle Kreationen werden mit lokalen Zutaten hergestellt. Verena Gubler ist ausgebildete Köchin aus Luzern und wurde 2023 für ihre unermüdliche Energie und ihren Beitrag zum Leben in der Rue Tavernier mit dem Preis der Stadt Aubonne ausgezeichnet.

Ihr Mann Philippe, ein erfahrener Bäcker, Konditor und Confiseur, stellt seine eigenen Mehlmischungen der Mühle La Vaux in Aubonne her und kreiert unverwechselbare Brotsorten. Zu den Spezialitäten zählen das aromatische Nussbrot, das Früchtebrot und das «Tavernierbrot», ein dunkles Brot mit Samen, das «seiner» Strasse gewidmet ist. Mit viel Liebe pflegt Philippe die Kunst des Sauerteigbrots mit Langzeitführung – ein seltenes Handwerk, das in seiner Bäckerei lebendig bleibt.
Mit Tradition in die Zukunft
«Der Beruf des Bäckers ist ein Handwerk und eine Berufung», sagt Philippe Gubler, der dieser Tätigkeit schon seit 40 Jahren nachgeht. Allerdings hat sich der Markt im Laufe der Jahre stark verändert. Unabhängige Bäckereien würden nach und nach verschwinden, sie werden durch Ketten oder Franchiseunternehmen ersetzt. «Heute kann man überall Brot kaufen, sogar an Tankstellen. Man kann Kuchen online bestellen, und viele Leute backen ihre Weihnachtsstollen lieber selbst», erklärt der Bäcker.
Die Gublers haben trotz dieser Herausforderungen ihre Werte nie aus den Augen verloren. Im Juli werden sie ihre Bäckerei an einen jungen Bäcker aus Aubonne übergeben. «Wir wollen ihm das vermitteln, was uns all die Jahre geleitet hat: die Bedeutung von Qualität, die Achtung der Traditionen und die Beziehung zu den Kunden», sagt das Ehepaar.
Solidarität aus Überzeugung
Seit Jahren unterstützen die Gublers die Initiative «Brot zum Teilen» von Fastenaktion, HEKS und Partner sein im Rahmen ihrer jährlichen ökumenischen Kampagne. «Wir mögen diese Aktion, weil sie von lokalen und solidarischen Organisationen getragen wird», erklärt Verena Gubler.

Wie kann man mitmachen? Jedes Jahr können sich Bäckereien und Konditoreien in der ganzen Schweiz für die Teilnahme anmelden. Sie erhalten eine Sammelbox aus Karton, die sie auf ihrer Ladentheke aufstellen können, ein Plakat «Brot zum Teilen» und Fähnchen, mit denen das Aktionsbrot gekennzeichnet wird. Während der Fastenzeit wird der Preis für ein bestimmtes Brot um 50 Rappen erhöht, die vollständig in die Projekte der drei Organisationen fliessen. Diese Gelder helfen den Bauernfamilien im globalen Süden, Hunger und Armut nachhaltig zu bekämpfen.
«Unsere Kunden machen gerne mit», erzählt Verena Gubler, «aber nicht alle sind heute so grosszügig wie früher. Dann runde ich den Betrag oft aus eigener Tasche auf.» Ihr Mann ergänzt: «Mit einer von mir gestalteten Schablone heben wir das Brot der Aktion hervor, aber wir laden unsere Kunden ein, bei jedem Einkauf eine Geste zu machen.»
Die diesjährige ökumenische Kampagne «Hunger frisst Zukunft» findet vom 5. März bis 20. April 2025 statt und bildet den Auftakt zu einem dreijährigen Schwerpunkt auf das Recht auf Nahrung.
Solidaritätsaktion «Brot zum Teilen»
Tiziana Conti