Ende Juli endeten in vielen Lehrbetrieben die Lehrverträge ihrer Lernenden. Was machen die jungen Fachleute nach ihrer beruflichen Grundbildung? Bleiben sie im Unternehmen oder suchen sie eine neue Herausforderung?

Im Betrieb zu bleiben ist für den Arbeitgebenden und auf den ersten Blick auch für die junge Fachperson gut – beide wissen, was sie haben. Auf den zweiten Blick gilt das jedoch nur noch für den Arbeitgebenden, nicht aber für die Fachperson – warum?

Nach einigen Jahren ist diese betriebsblind und wenig flexibel, wenn überraschende Momente auftauchen. Zu meiner Lehrzeit hat der Berufsbildner ausgebildet, um die jungen Fachleute in die Welt zu schicken – heute um sie zu behalten.

An jeder neuen Arbeitsstelle haben wir damals wieder dazugelernt und unseren fachlichen Rucksack gefüllt. Dieses vielseitige Wissen und Können hilft in jedem neuen Betrieb und bei jeder Weiterbildung. Mit flexiblem Denken können die Fachleute agieren und nicht nur reagieren.

Wer weiss, vielleicht kommt ein ehemaliger Lernender in den Lehrbetrieb zurück, als Mitdenker für eine Weiterbildung oder für eine Übernahme.

Es erinnert an die schöne Tradition der Walz, bei der Gesellinnen und Gesellen für mindestens drei Jahre und einen Tag in die Welt hinausziehen. Ihr Ziel: so viele fachliche Varianten, Möglichkeiten und Ideen wie möglich zu erlernen. Dazu kommt die persönliche Entwicklung, die unbezahlbar ist.

Motivieren Sie Ihre Lernenden, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen – wir wollen als Arbeitgeber Mitdenkende und nicht «nur» Mitarbeitende.


Peter Signer
ZV-Mitglied Ressort Bildung Produktion

Foto: Franzisca Ellenberger

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